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222 JAHRE HESSISCHE GASTLICHKEIT
UND VIEL MEHR

Hier, auf dem Schlossplatz in Höchst scheint die Zeit ab und an stehen geblieben zu sein. Wer ihn durch das alte Zolltor kommend betritt, spürt sofort die Geschichte um die im 16. bis 18. Jahrhundert errichteten Bürgerhäuser, die Reste der Mainzer Zollburg und des Renaissanceschlosses. Nicht erst der zweite Blick wird vermutlich auf die prächtige klassizistische Fassade des Gasthauses „Zum Bären“ gerichtet. Sicher hatten es sich wohl einst schon die Erbauer 1799 so gedacht, um fremde und einheimische Gäste mit diesem „Eyecatcher“ zur Einkehr zu bewegen. Bis heute mit Erfolg.

Einst war er schwarz, der Bär

Die Geschichte des „Bären“ reicht noch weiter in die Vergangenheit, als es die über der Tür angebrachte Jahrszahl 1799 vermuten lässt. Bereits 45 Jahre früher wurde an dieser Stelle die Gastwirtschaft „Schwarzer Bär“ erwähnt, als ihr Wirt Georg Bär gestorben war. Es ist demnach zu vermuten, dass die Historie der Wirtschaft noch viel weiter zurück reicht.

Nachdem Anna Dorothea Bär – vermutlich die Tochter des alten Wirts – 1744 Stephan Siebenborn heitatete, wurde fortan von der Gastwirtschaft „Zum Bären“ gesprochen. Seltsamerweise wechselte Siebenborn bereits ein Jahr später von der nördlichen zur westlichen Seite des Schlossplatzes und wurde bis zu seinem Tod im Jahr 1766 als Wirt des „Karpfen“ geführt.

Zwischen 1750 und 1767 sorgte der Bärenwirt Michael Biener immer wieder für größere Umbauten. Ein Keller wurde 1760 erweitert und ein weiterer kam hinzu. So sind noch heute fünf mächtige Kellergewölbe aus unterschiedlichsten Bauperioden unter dem „Bären“ enthalten. Da damals nicht auf bauhistorische Aspekte Rücksicht genommen wurde, ist die Folge der Umbauten kaum noch zu rekonstruieren, aber es gilt als sicher, dass sie bis ins 17. oder gar ins 16. Jahrhundert zurückreicht.

Als Goethe Party machte

Übrigens fuhr der junge Johann Wolfgang Goethe (damals noch ohne „von“) gerne mit Freunden auf dem Marktschiff von Frankfurt kommend den Main hinab nach Höchst. Ziel waren die Wirtshäuser rund um den dortigen Schlossplatz. Höchstwarhscheinlich kehrte er damals auch in den eben genannten Vorgänger des heutigen „Bären“ ein, machte im Neudeutschen „Party“. Leider war Goethe im Jahr 1799, als das noch heute bekannte Gasthaus neu erbaut wurde, bereits nach Weimar umgezogen.

In dieser Zeit führten zwei Generationen der Familie Huber das Haus und zeichneten für seinen Neubau im damals aktuellen Stil des Klassizismus, dessen Erscheinungsbild sich bis zum heutigen Tage erhalten hat.

1908 erfolgte ein Umbau, bei dem die gewölbte Holzdecke und die Wandvertäfelungen der Gasträume angebracht wurden. Der Saal im Obergeschoss, der mit einer Bühne ausgestattet war, wurde dabei in zwei separate Kollegräume aufgeteilt, wie es offenbar trotz der damals so zahlreichen Vereinsgründungen als marktgerecht erschien.

Gelebte Tradition

Auf viel mehr als zwei Jahrhunderte Gastlichkeit blickt das Gasthaus „Zum Bären“ nun zurück. Diese ungebrochen gelebte Tradition bildet genau das Motiv, mit dem die Bärenwirte den sich mit der Zeit wandelnden und immer gleichen Wünschen ihrer Gäste gestern, heute und in der Zukunft begegnen. Sie scheinen es richtig zu machen.

Ob Johann Wolfgang von(!) Goethe im Rahmen seiner späteren Reisen die Gelegenheit wahrgenommen hat, Jugenderinnerungen im „Bären“ aufleben zu lassen, ist leider nicht belegt und eigentlich gar nicht so wichtig. Denn auch ohne eine solche historische Episode darf man als heutiger Gast des „Bären“ den Dichterfürsten gerne zitieren, denn „er kann dem Augenblick Dauer verleihen.“ Mindestens 222 Jahre!

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