Beiträge

Das Gasthaus Zum Bären wünscht Frohe Weihnachten

Sie denken an diejenigen, die nichts haben

Höchster Kreisblatt, 27. Dezember 2017 (Auszug) – Bei der Heiligabend-Feier des Vereins „Leuchtfeuer“ wird ein ganz besonderer Geist spürbar: der Geist der Weihnacht

Sie wollen Menschen, die sonst keinen Anlass zur Freude hätten, ein schönes Weihnachtsfest bieten: Zum elften Mal richtete der Verein „Leuchtfeuer“ mit Unterstützung des Gasthauses „Zum Bären“ und freiwilligen Helfern eine Weihnachtstafel aus.

Frank Wellert weiß, dass er ohne seine Leute alleine dastünde: Der Wirt des Gasthauses „Zum Bären“ ist darauf angewiesen, dass einige seiner Angestellten am Mittag des Heiligabends ihre Freizeit opfern, um mit ihm zusammen den Höchster Verein „Leuchtfeuer“ zu unterstützen. Das Bären-Team richtet seit nunmehr elf Jahren eine große Weihnachtsfeier für Bedürftige aus. Sie hat sich auch zur Anlaufstelle für Menschen entwickelt, die allein sind und Gesellschaft suchen: Angemeldet sind dieses Jahr 90 Menschen, darunter 25 Kinder. Neun Mitarbeiter des „Bären“ sind dabei. Unter den freiwilligen Helfern, die im Service einspringen und die Kellner Urgesteine Stefan Rücker und Farsad „Speedy“ Irvani unterstützen, sind auch Henning Brandt, Verwaltungsstellenleiter im Bolongaropalast, und seine Familie. Wiltrud Pohl, die Vorsitzende von „Leuchtfeuer“ und die zweite Vorsitzende Ramona Busch haben sich um die Organisation gekümmert.

Tradition des Helfens
„Wir haben heute quasi Silberhochzeit“, sagt Wiltrud Pohl: Seit 25 Jahren arbeitet sie eng mit Ramona Busch zusammen, um sich für andere Menschen einzusetzen, für Flüchtlinge, für Arme, für Einsame. Dementsprechend engmaschig ist das Netzwerk. Als „Leuchtfeuer“ vor dem Fest Unterstützer suchte, um den Kindern ihre Weihnachtswünsche erfüllen zu können, schaltete Wiltrud Pohl das Höchster Kreisblatt ein: Ein Mädchen wünschte sich nichts so sehr wie einen Kaufmannsladen, aber die sind teuer. Eine Kreisblatt-Leserin hatte einen solchen Laden im Keller und gab ihn gerne her. „Die Kleine bekommt heute quasi die Waren zum Auffüllen: der Kaufmannsladen ist zu schwer, um ihn hier herzuschaufen“, sagt Wiltrud Pohl.

„Die Armut nimmt zu“
Pfarrer i.R. Albert Seelbach ist auch wieder dabei: seit Jahren begleitet er die Feiern, zu denen man sich beim Verein anmelden muss – sonst wäre der Ansturm nicht zu bewältigen. „Die Armut nimmt zu“, sagt Wiltrud Pohl. Einige ältere Herrschaften, die mit ihr am Tisch sitzen, sind allerdings nicht da, weil sie sich kein Weihnachtsessen leisten könnten, sondern weil für sie das Fest sonst sehr einsam wäre: Sie genießen es, in der großen Runde in der gemütlichen Gaststube zu sitzen und Pfeffernüsse und Spekulatius zu knabbern.

Inzwischen haben die Köche das Büfett aufgefahren: Es gibt Gäsenkeule mit Klößen, Rotkraut und Maronen, Spanferkel, verschiedene Salate, Hacksteaks und Nudeln mit Bolognesesauce. Am Baum blitzen die Lichter, und für alle gibt es kleine Geschenke: Pflegeartikel, Dosenwurst, Süßigkeiten.

Es sind Christen da, Muslime und Menschen, die keiner Religion angehören. Doch alle spüren den besonderen Geist, der diese Feier prägt. Nathan Fischer (14), Schüler des Höchster Leibnizgymnasiums, hat mit Hilfe seines Vaters seine elektronische Orgel aufgebaut. Der Schüler, Stipendiat der Sir-Peter-Ustinov-Stiftung und Mitglied des Jugendchors der Gemeinde St. Josef, spielt „Maria durch ein‘ Dornwald ging“; die Sopranistin Astrid Dalari, in verschiedenen Chören in Frankfurt und Bad Homburg aktiv, singt. „Das Lied haben sich viele gewünscht“, erklärt Wiltrud Pohl. Den Dornwald, den haben viele selbst erfahren, deren Leben aus Armut, Flucht und Vertreibung besteht. Doch nun können sie feiern, sich satt essen, angenehme Gespräche führen – einmal ohne Sorgen. […]

Autor: Volker Vonhof
Quelle: Höchster Kreisblatt

Gasthaus Zum Bären Frankfurt-Höchst: Aussenschild Gasthaus

Niemand soll Heiligabend alleine sein

Höchster Kreisblatt, 27. Dezember 2014 (Auszug) – Der Verein Leuchtfeuer hat an Heiligabend wieder ein Festessen für Bedürftige angeboten. Die Kinder bekamen auch kleine Geschenke.

Es gehört schon einiges an Enthusiasmus dazu: Während andere an Heiligabend mittags den Baum schmücken oder gar letzte Geschenke einkaufen, organisieren Wiltrud Pohl, Ramona Busch und ihre Helfer vom Höchster Verein „Leuchtfeuer“ ein Weihnachtsessen für Bedürftige und Menschen, die an diesem besonderen Tag des Jahres nicht allein sein möchten. Wie seit 2006 bot wieder das Gasthaus „Zum Bären“ auf dem Höchster Schlossplatz das heimelige Ambiente für die Feier, und die Gaststube war mit mehr als 100 Menschen gefüllt. „Da müssen wir eben zusammenrücken – darum geht es ja an Weihnachten“, sagte Wiltrud Pohl, erste Vorsitzende des Vereins.

Sie dankte „Bärenwirt“ Frank Wellert für die Unterstützung, denn er und Freiwillige aus seiner Mannschaft bekochten und bedienten wieder am Mittag des Heiligabends die Gäste – und verschoben dafür ihr privates Weihnachtsfest auf die Feiertage. „Wir feiern am ersten Weihnachtsfeiertag abends“, verriet Frank Wellert, der dieses Mal gleich vier Köche in seinem neunköpfigen Festtags-Team im Einsatz hatte, um Gans, Wildschwein und Spanferkel samt Klößen und Rotkraut aufzutischen. Weil Weihnachten in der Gastronomie Stoßzeit bedeutet, findet die Belegschafts-Weihnachtsfeier des „Bären“-Teams erst Anfang Januar statt

Neue Gesichter
Wiltrud Pohl empfing die Gäste, von denen sie die meisten persönlich kennt – von der Hilfe und Unterstützung, die „Leuchtfeuer“ das ganze Jahr über gewährt. Aber auch neue Gesichter waren dabei. „Ich bin nicht angemeldet, aber es ist nicht schön, an Heiligabend alleine zu sein“, sagte eine alte Frau, die zum ersten Mal dabei war. Auch für sie fand sich ein Platz. Albert Seelbach, Pfarrer im Ruhestand, hatte selbst kurzfristig für fünf weitere Köpfe an der Tafel gesorgt: Er hatte eine Flüchtlingsfamilie mit drei Kindern eingeladen, die gerade aus einem der Auffanglager auf Lampedusa nach Deutschland gekommen war. „Wir haben noch schnell Geschenke für die Kinder organisiert“, berichtete Wiltrud Pohl. 16 Kinder waren zuvor unter den 95 angemeldeten Gästen. „Es ist schön, dass wir uns auf die Unterstützung unserer Helfer verlassen können. Vielen ist es eine Ehre, uns zu helfen“, freute sich Pohl: Viele, die helfen möchten, rufen vor dem Fest bei ihr an und übernehmen ein Geschenk für die Kinder. Auch Sach- und Geldspenden flossen ausreichend. Ein schwerstbehindertes Kind, über das wir im Kreisblatt berichteten und das im vergangenen Jahr Schwimmflügel bekommen hatte, durfte sich in diesem Jahr über ein Dreirad freuen. „Inzwischen läuft es schon“, freute sich Wiltrud Pohl. „Dank des Kreisblatts ist unsere Aktion bekannt. Die Unterstützung kommt von überall.“

Von Oberursel war Ionela Preis gekommen, um zu helfen. Die Frau aus Rumänien, die in Deutschland eine neue Heimat gefunden hat, war das erste Mal als Helferin dabei: „Ich habe im September die Idee gehabt, etwas zu tun“, berichtet sie. Übers Internet sei sie auf den Verein gestoßen. „Frau Pohl hat sich sehr gefreut, und ich mich auch.“

Weiter zum Originalartikel (PDF-Ansicht)
Online-Link: http://tinyurl.com/oc2grgj
Autor: Volker Vonhof, Foto: Reuß
Quelle: Höchster Kreisblatt